Archiv für die Kategorie ‘Themen’

1001 Erfindungen

Montag, 10. Oktober 2011

Ein vielfach preisgekrönter englischsprachiger Kurzfilm mit Oskar-Gewinner Ben Kinsley über bedeutende muslimische Erfindungen des Mittelalters. So ist beispielsweise die Kamera keineswegs eine moderne Entwicklung. Wichtige Vorarbeiten hierzu wurden von dem muslimischen Wissenschaftler Abu Ali al-Hasan Ibn al-Haitham vor rund 1000 Jahren durch zahlreiche Experimente zum Thema Optik geleistet. Er war es auch, der die Lochkamera erfunden hat. Sein Buch zu diesem Thema hatte nachweislich einen großen Einfluss auf die Studien von anderen Wissenschaftlern wie zum Beispiel die von Leonardo Da Vinci.

Vorgestellt bei “1001 Erfindungen” wird beispielsweise auch Miriam al-Ijli al-Astrulabi, die komplizierte Astrolabien von Hand fertigte. Ein Astrolabium ist ein frühes Navigationssystem. Es wurde zur Zeit der der alten Griechen entwickelt, wobei arabische Wissenschaftler es später um weitere Funktionen ergänzten. Eine Nachbildung eines Astrolabiums des französischen Astronoms Michael Asineus aus dem Jahr 1602 gibt es bei uns im Shop zu kaufen. Die Wanderausstellung “1001 Erfindungen” war unter anderem im Science Museum London und im Science Center California zu sehen. Mehr Informationen hierzu auf Englisch.

Sechzig Symbole – Sixty Symbols

Mittwoch, 30. März 2011

Haben Sie sich schon immer gefragt, was diese ganzen seltsamen Symbole in der Physik bedeuten. Es nun noch ein paar hinzu gekommen wie zum Beispiel eine Katze, ein Fußball und ein Apfel. Zu finden sind sie auf einer Website namens Sixty Smybols. Hinter dieser kryptischen Bezeichnung verbirgt sich eine Sammlung von Videos, in denen Experten der Universität Nottingham Themen aus der Physik und der Astronomie erklären (auf Englisch). Jeder Beitrag ist über eines der Symbole auf der Startseite zu erreichen. Hinter der Katze verbirgt sich beispielsweise ein Video zu dem berühmten Gedankenexperiment des Physikers Erwin Schrödinger, das heute gemeinhin bekannt ist unter dem Namen “Schrödingers Katze”. Sixty Symbols ist hier zu finden. Nicht uninteressant auch die Frisuren so mancher Vortragender.

Screenshot der Seite Sixty Symbols

Was ist Plasma?

Donnerstag, 20. Januar 2011

Plasma entsteht, indem man einem Gas so viel Energie zuführt, dass eine kritische Anzahl von Elektronen die Atomhüllen verlässt. Das Ergebnis sind positiv geladene Ionen umgeben von freien Elektronen. Ein solches ionisiertes Gas ist elektrisch leitfähig. Plasma wird häufig als der vierte Aggregatzustand bezeichnet, da die so zerlegte Materie eine Vielzahl neuer Eigenschaften besitzt. Tatsächlich ist Plasma sogar viel häufiger anzutreffen als fest, flüssig und gasförmig. Der Grund: Sterne bestehen überwiegend aus Plasma und damit fast die gesamte Materie im Universum.

Das Leuchten entsteht, wenn die freien Elektronen von den Ionen eingefangen werden und dabei die zuvor aufgenommene Energie in Form von Licht wieder abgeben. Je nachdem um welches Gas es sich handelt, variiert die Farbe. In dem Experiment mit der Gurke ist es beispielsweise das Natrium aus dem Salz, das die Gewürzgurke gelb aufleuchten lässt.

Es gibt verschiedene Wege Gas soviel Energie zuzuführen, dass es ionisiert. Einer besteht zum Beispiel darin, es extrem zu erhitzen, ein anderer darin Hochspannung anzulegen. Aus praktischen Gründen wird üblicherweise eine hochfrequentes Wechselspannung verwendet, so zum Beispiel auch in Plasma Lampen.

Auch Blitze entstehen übrigens durch die Bildung von Plasma, verursacht durch einen Potentialunterschied zwischen Erde und Wolken von mehreren 10 Millionen Volt, und die Sonne ist nichts anderes als ein gigantischer Plasmaball.

In Plasmabildschirmen verwendet man verschiedenfarbig leuchtende Gase, um Fernsehbilder zu erzeugen. Der Bildschirm besteht aus einer Vielzahl kleinster Kammern. Sie enthalten verschiedene Gase, die bei Anregung entweder rot, grün oder blau leuchtent. Drei dieser Farbkammern ergeben jeweils eine Bildpunkt, der durch Überlagerung der drei Grundfarben jede beliebige Farbe annehmen kann. Die Gase werden ionisiert, indem man sie für bestimmte Zeitabstände zündet.

Nicht viel anders funktionieren übrigens Neonröhren. Sie benötigen zum Zünden eine hohe Spannung. Danach sinkt der elektrische Widerstand des Gases etwas, so dass der Strom auch bei einer geringeren Spannung aufrecht erhalten bleibt. Es herrscht dann ein Gleichgewicht zwischen Elektronen, die von Atomen durch Stoßionisaton emittiert und dann wieder eingefangen werden. In solchen Leuchtröhren wird neben Neon auch Helium und andere Edelgase eingesetzt. In Leuchtröhren und Plasmalampen liegt ein kaltes Plasma vor, weil die Dichte sehr gering ist.